Wannsee-Dreieck – das Wagnerviertel

 

 

Tristanstraße

 

Die um 1904/05 angelegte schmale, kopfsteingeplasterte Tristanstraße verläuft zwischen zum Teil hügeligen Grundstücken in Ost-West-Richtung etwa in der Mitte des Wannseedreiecks von der Nibelungenstraße bis zur Lohengrinstraße.

Bereits kurz nach Gründung der Villenkolonie entstanden die ersten Häuser an der Kreuzung mit der Waltharistraße. Zu diesen gehören die 1902/03 von der HAG erbaute Villa Weeren (Nr. 5) mit ihrem markanten Turm, der noch immer die Straßenkreuzung beherrscht, und die ebenfalls von der HAG um 1903 errichtete Villa Scharfeneck (Nr. 4/4a) auf dem spitzwinkligen Grundstück gegenüber. Die unter Denkmalschutz stehende Villa von Tiedemann (Nr. 8) entstand 1905/06. Bis Ende der 1920er Jahre war die Bebauung in der Tristanstraße weitgehend abgeschlossen. Seit den 1960er Jahren wurden einige Häuser abgerissen (zuletzt Nr. 28 im Jahr 2006) und die Bebauung vor allem im nordöstlichen Teil durch Wohnanlagen verdichtet.

 

Tristanstr. 2a (bis 1937 Nr. 2), Villa Wiebe, General der Artillerie Xaver Wiebe, von der HAG erbaut 1904

Nr. 3/Waltharistr. 7, erb. 1911/1912 von der HAG/Rudolf Maté, für den Geh. Oberfinanzrat Erich Maron; abgerissen und mit Nr. 5 neu bebaut

Nr. 4, Haus Scharfeneck (Scharfe Eck), erbaut von der HAG ca. 1903 für den Kaufmann Julius Benk

Nr. 5/Ecke Waltharistraße, Villa Weeren, erbaut 1903 von der HAG für Dr. Julius Weeren, Kaiserlicher Regierungsrat,

Nr. 8, Villa Tiedemann, erbaut 1905/06 von A. Grabowsky für den Geh. Reg.-Baurat Ludwig von Tiedemann, mit Gedenktafel für Claus Graf Schenk von Staufenberg

Nr. 11, Villa Blanck, erbaut 1904 von der HAG (Architekten Alterthum & Zadek) für den Kursmakler Wilhelm Blanck

Nr. 12, erbaut von Reg.-Baumeister Otto Sior 1904/05

Nr. 14–16, erbaut 1912/13 für den Rechtsanwalt Hans Michalke

Nr. 15/Isoldestraße 1, Brunnenbaumeister Paul Andrzejewski, 1912

Nr. 20–24, erbaut 1908/09 für den Rentier Hans Harder, abgerissen und neu bebaut

Nr. 21, erbaut um 1923 von Carl Hoppe/HAG für Fabrikant Adrian C. Polman-Mooy

Nr. 23, Heusersches Haus, erbaut 1921/22 von Carl Hoppe/HAG für den Kfm. Paul Heuser

Nr. 25, Wennersches Haus, erbaut 1921/22 von Carl Hoppe/HAG für den Fabrikbesitzer Paul Wenner

Nr. 26, erbaut um 1911 für den Privatier Hans aus dem Winkel

Nr. 28, erbaut um 1922 für den Kfm. Emil Schulhof, 2006 abgerissen und mit vier „Stadtvillen“ bebaut

 

Isoldestraße

 

Die Isoldestraße – bis 1925 auch Isoldenstraße – wurde um 1900 als Verbindung zwischen der Tristanstraße und der Dreilindenstraße angelegt. Im Zusammenhang mit dem Bau der Dreilindenschule wurde sie um 1939 nach Süden bis zur Potsdamer Chaussee verlängert.

Vom Abschnitt der Isoldestraße nördlich der Dreilindenstraße wurden zuerst die Grundstücke an der Tristanstraße bebaut. Um 1908 entstand die Villa des Rentiers Albert Sahlmon auf dem Grundstück Nr. 2/Tristanstraße 17. Um 1912 folgte die Villa des Brunnenbaumeisters Paul Andrzejewski auf dem Grundstück Nr. 1/Tristanstraße 15/15a (s. oben). Die Grundstücke Ecke Dreilindenstraße – heute Nr. 3 und 5 auf der westlichen und Nr. 6 und 8 auf der östlichen Seite – wurden erst in den 1930er Jahren parzelliert. Vom Abschnitt der Isoldestraße südlich der Dreilindenstraße gehört die westliche Seite zum Dreilinden-Gymnasium.

 

Isoldestraße 3, Chauffeurshaus, erbaut 1921 von Paul Nathanson (gen. Nansen)

ehem. Nr. 20, Gaststätte Schilling, in den 1950er Jahren nach Brand abgerissen

Denkmalgeschützte Dreilindenschule; links das ehem. Direktorenwohnhaus, Isoldestr. 9

 

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