Am Königsweg – ehem. Jagdschloss Dreilinden

 

„Dieser Name »Dreilinden« war übrigens keine Neuschöpfung und existiert bereits seit 1833, in welchem Jahre das uralte schon eingangs erwähnte Forstetablissement Heidekrug, mit Rücksicht auf drei alte, vor seiner Tür stehende Linden, die Bezeichnung Forsthaus Dreilinden erhalten hatte. Bald danach empfing auch die Forst selber ebendiese Bezeichnung, so dass wir seitdem, ein und demselben Namen dreifach begegnend, eine Forst von Dreilinden, ein Forsthaus von Dreilinden und endlich drittens ein Jagdhaus von Dreilinden unterscheiden müssen. Die Forst spricht für sich selbst, das Forsthaus ist Försterei, das Jagdhaus aber prinzliche Villa.“ (Fontane, Wanderungen...)

 

Jagdschloss Dreilinden am heutigen Stahnsdorfer Damm 3, erbaut 1869 von Baumeister Nabbath (zeitgenössischer Stich nach Fertigstellung)

Prinz Friedrich Karl von Preußen (1828–1885), der „rote Prinz“ (wegen seiner Husarenuniform), Vater von Prinz Friedrich Leopold

Tafelrunde von Dreilinden

Ihr gehörten über 100 Personen an, von denen in der Regel 12 als Gäste eingeladen wurden.

 

Jagdschloss Dreilinden, erbaut 1869, Abriss im Frühjahr 1954 (rechtes Bild)

Links: Ansicht aus den 1940er Jahren. 

Der Runenstein vor dem Jagdschloss (s. Bild oben links), „gefunden im dänischen (damals schleswigschen) Hadersleben“, befindet sich heute in Immervadbro, Rødekro (Südjütland), als Haerulfstein aus der Zeit um 900 und zählt zu den ältesten des Königreiches Dänemark. Prinz Friedrich Karl entführte den Stein 1864, um ihn vor seinem Jagdschloss Dreilinden aufzustellen. Erst 1952 wurde der Stein zurückgegeben und an seinem ursprünglichen Platz wieder aufgestellt.

Das von Prinz Friedrich Karl vom Forsthaus zum Jagd„schloss" im „Schweizerhaus“-Stil um- und ausgebaute Gebäudeensemble wurde 1954 durch das Bezirksamt Zehlendorf wegen Baufälligkerit abgerissen (Bild oben rechts). Im Hintergrund zwei der einst drei Linden. Die dritte wurde vor einigen Jahrzehnten nachgepflanzt. Auf dem Platz des ehem. Jagdschlosses befindet sich heute die Revierförsterei Dreilinden, daneben die Waldschule Zehlendorf. 

Dreilinden ist außerdem eine Siedlung im Nordwesten Kleinmachnows und war S-Bahnstation der „Friedhofsbahn“ Wannsee–Stahnsdorf, die 1913 an der Straße „Lindenbahn“ in Betrieb genommen und am 13. August 1961 geschlossen wurde. Die Strecke wurde bisher nicht wieder in Betrieb genommen.

  

 

 

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