Burgunder Straße

 

 

oder eigentlich, wie die anderen nach germanischen Stämmen benannten Straßen in der Villenkolonie: Burgunderstraße. Die stille, von Platanen umrahmte Straße führt von der Alemannenstraße zur nördlichen Rehwiese und blieb als eine der wenigen in Nikolassee von Abrissen verschont.

Die meisten Häuser stammen aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, wie diejenigen vom Zehlendorfer Baumeister Robert Kleinau (Nr. 2–5) oder die denkmalgeschützten Bauten von Erich Blunck, dem Architekten der Nikolasseer Kirche. Aus den 1920er Jahren stammt das ebenfalls denkmalgeschützte Haus Nr. 9 und aus den 1930er Jahren die Nr. 11. Außer beim Haus Nr. 7 waren in der Burgunder Straße keine größeren Kriegsschäden zu verzeichnen. Auf dem Grundstück Nr. 1, wo es ab 1922 eine kommunale Verkaufsstelle gab (1930 abgerissen) und das zwischen 1930 und 1990, als das Rathaus von Schulen genutzt wurde, sowohl als Pausenhof als auch zum Teil als Garten der Feuerwehr diente, wurde 2007 mit der Bebauung begonnen.

 

Burgunder Straße Nr. 2 (linke Hälfte): Architekt und Bauherr W. Hackbarth 1926/27, Nr. 2a: Eigentümer Dr. Hans Koch

Nr. 3, Villa Degebrodt, erbaut von Robert Kleinau 1910/11 für den Honigkuchen-, Schokoladen- und Konfitürenfabrikanten Max Degebrodt

Nr. 4, Villa Cahn, erbaut von Robert Kleinau für den Chemiker Dr. Ernst Cahn 1905

Nr. 5, erst Villa Degebrodt, dann Villa Schneyder, Generaloberarzt Dr. Karl Schneyder, erb. von Robert Kleinau 1902/03

 

Nr. 6, Villa Bendix, erbaut für den Fabrikanten und Chemiker Dr. phil. Josef Bendix 1909/10

Nr. 7, Villa Bachmann, Redakteur Dr. Erich Bachmann, später Bankier G. Oppenheim, ab 1941 Polizeirevier, erb. von der HAG um 1903

Zwei HAG-Bauten: Nr. 7 (links) und Nr. 5 um 1905

Nr. 8, erbaut von und für Landbauinspektor Erich Blunck 1904/05, Ansicht 1905, verkauft 1908 an Major Hermann Schwenke – Baudenkmal

Nr. 9, Haus Pforr, Einfamilienhaus, erbaut 1924/25 von Walter Klingenberg & Werner Issel

Nr. 10, erb. 1907/08 von Erich Blunck für seine Familie. Mitbewohner ab 1910: der Zahnarzt und Plakatsammler Dr. Hans Sachs

Nr. 12, Haus Philippi, erbaut 1909 von Alfred Schönburg für den Ober-Ing. Professor Dr. h.c. Wilhelm Philippi

Die beiden Blunck-Häuser bilden einen Denkmalbereich; im rechten Bildteil Gartentor von Nr. 12

 

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