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Der S-Bahnhof – Nikolassees Tor zur Welt
„Der neue Doppelbahnhof, der die Kolonie Nikolassee sowohl mit der Stadtbahn, wie mit dem Potsdamer (Wannsee-) Bahnhofe in Berlin bei verhältnismässig kurzer Fahrzeit – etwas über 30 Minuten – verbindet, ist am 1. Mai vorigen Jahres dem Verkehr übergeben worden. Das Bahnhofsgebäude stellt ein architektonisch hervorragendes Bauwerk dar. “ (Aus dem Prospekt 1903 der Heimstätten-AG)
Ein
Augenzeuge berichtet von der Einweihung:
„Wunderbares
erlebten wir mit der Eisenbahn, und die ist doch wichtig für uns Vorörtler ...
In den ersten Wochen benutzten meine Kinder den Bahnhof Schlachtensee, ich
selbst aber, auf die Stadtbahn angewiesen, den Bahnhof Wannsee. Das war nicht
schön, aber dann kam ein großer Tag, der 30. April des Jahres 1902. Da fuhren
wir feierlich in bekränztem Sonderzuge vom Hauptbahnhofe am Potsdamer Platz
ohne Aufenthalt nach Nikolassee. Hier gab es ein schönes Konzert von der vollständigen
Kapelle des 1. Eisenbahnregiments und ein höchst anständiges Frühstück in
der Bahnhofshalle mit Sekt und Kaviar und vielen schönen Reden. Am besten
gefiel mir die Rede des Herrn Eisenbahndirektionspräsidenten, der ganz klar und
deutlich den Wunsch aussprach, dass es immer so bleiben möge. Nun hoffte ich,
wenn ein so hoher Herr einen Wunsch ausspräche, so würden die übrigen
Eisenbahner sagen: „Ihr Wunsch ist uns Befehl!“ Aber als ich am nächsten
Tage mich wieder zum Frühstück einfand, gab es nichts; es ging dort gerade so
nüchtern zu wie jetzt noch alle Tage. Nur dass jetzt viel mehr Züge fahren als
damals, und das ist doch ein grosser Fortschritt; ...“
Die beiden Bahnstrecken wurden immer häufiger befahren. Im Sommer fuhren außerdem täglich Tausende zum Strandbad Wannsee. Daher wurde 1936 der Bahnhof Nikolassee ausgebaut und erhielt einen Übergang vom Wannsee- zum Stadtbahn-Bahnsteig sowie einen Sonderausgang zum Strandbad, der bei Publikumsandrang zusätzlich geöffnet wurde.
Nach der grundlegenden Renovierung Anfang der 80er Jahre zählt der Bahnhof wieder zu den markantesten Bauten Nikolassees. In kurzer Fahrzeit ist man am Bahnhof Zoo und in Mitte, aber auch in Potsdam. Verkehrsgünstig sind die Flughäfen zu erreichen. So ist, wie vor 100 Jahren, der Bahnhof wieder zu Nikolassees „Tor zur Welt“ geworden.
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Der Doppel-Bahnhof, Hohenzollernplatz 6, erbaut 1901/02, Architekten Fritz Bräuning und Paul Vogler, links Richtfest 1901, rechts: Einweihung am 1. Mai 1902 |
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Der Neubau 1902, Vorder- und Rückansicht |
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Eingangshalle 1903 |
Ansicht um 1910 |
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Rückansicht um 1925 – die Gleise werden höher gelegt |
um 1930, mit Zeitungskiosk |
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um 1950 mit der neuen Ladenzeile |
um 1960, rechts der Zeitungskiosk |
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In der um 1950 erbauten Ladenstraße, Hohenzollernplatz 7 gab es (v.l.n.r.): Gebr. Habel (Weinhandlung); Schneider (Damenkonfektion); Zebitz (Glaserei); Tatschke (Milch); Stoedtner (Papier); Blum (Optiker); hajo becker (Buchhandlung); Reformhaus; Fisch-Feinkost; Landherr (Friseur, Gebäude schon vorhanden) – Das separate ehem. Berliner-Bank-Gebäude an der linken Seite (heute mit Ladengeschäften) wurde erst später gebaut. |
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Der Wochenmarkt neben der Ladenzeile gegenüber Bartholdus Kunsthandwerk und Wechselstube (Alemannenstr. 13, inzwischen abgerissen und neu bebaut) wurde in die Normannenstraße vor das Rathaus verlegt, wo er nach und nach einging.
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Der S-Bahn-Boykott und die Verlängerung der Buslinie 53 (heute 112) nach dem 13. August 1961 schienen das Ende des Bahnhofs (rechts Ansicht nach 1961) zu besiegeln. Der Wendepunkt: am 9. Januar 1984 übernahmen die Berliner Verkehrs-Betriebe (BVG) die Verwaltung der S-Bahn auf West-Berliner Gebiet. Die daraufhin folgende Renovierung im Zusammenhang mit der Wiedereröffnung der Stadtbahn (1. Mai 1984) und der Wannseebahn (1. Februar 1985) brachte eine Renaissance. |
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Ansicht 1971 |
die BVG
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Heute – in Regie der S-Bahn Berlin GmbH – ist er wieder Mittelpunkt von Nikolassee – das 100jährige „weiß-rote Schloss“ – ein Baudenkmal. |
Wo sich Stadt- und Wannseebahn kreuzen: Blick in Richtung Wannsee vom Bahnsteig der Wannseebahn mit der Überführung der Wetzlarer Bahn/Stadtbahn. |
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Das 100-Jahre-Jubíläum feierten Nikolassee
und die
mit dem Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf und dem Nikolasseer Polizeiabschnitt 43
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Zeitungsberichte zum Jubiläum |
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Durch den Tunnelgang gelangt man |
über die „Gewächshauszugänge“ zur Wannseebahn |
und zur Stadtbahn. |
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Von den Bahnsteigen der Stadtbahn und der Wannseebahn kommt man wie vor über 100 Jahren schnell „nach Berlin“ und ins Umland |
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